Lebensqualität in der Rente: So erreichst du auch mit 50 deine Ziele

Wie ist dein Rentenbescheid? Reicht das Geld, um deinen Lebensstandard in der Rente zu halten? 

Wenn das Renteneintrittsalter näher rückt, kommt vielleicht die Angst nicht genug Rente zu bekommen. Doch wie viel Geld muss ich mit 50 Jahren noch beiseite legen, um entspannt in die Zukunft zu sehen? 

In diesem Blogpost gehen wir detailliert auf zwei zentrale Fragen ein:

  1. Wie viel zusätzliches Einkommen kannst du aus Wertpapieranlagen im Vergleich zu einem Sparbuch erwarten?

  2. Wie viel musst du jetzt monatlich sparen, um in der Rente 2.000€ mehr zu haben und deinen Lebensstandard zu halten?


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Was bedeutet obere Mittelschicht in Österreich?

Zunächst einmal müssen wir klären, was es bedeutet, zur oberen Mittelschicht in Österreich zu gehören. Laut dem Household and Consumption Survey der Österreichischen Nationalbank zählt man ab einem Nettovermögen von etwa 400.000€ zu den Top 20% der Vermögensverteilung. Der Großteil dieses Vermögens steckt oft in Immobilien, wobei nur rund 58.000€ in Finanzanlagen investiert sind.

Höhe des Nettovermögens in Österreich nach Bevölkerungsgruppe. Quelle: ÖNB 2021, https://www.hfcs.at/

Familie Huber

Um die Überlegungen greifbarer zu machen, betrachten wir die fiktive Familie Huber. Familie Huber zählt zur oberen Mittelschicht. Ihre Situation ist etwas ungewöhnlich, da sie neben dem Hauptwohnsitz keine weitern Sachanlagen hat, sondern ein hohes Finanzvermögen von 120.000€. Familie Huber hat sich bewusst für eine liquide Anlage entschieden, weil ihr eine Investition in eine weitere Immobilie zu unflexibel ist. 

Familie Huber im Überblick:

  • Nettovermögen: 400.000€

  • Hauptwohnsitz: 280.000€

  • Finanzvermögen: 120.000€

  • Bruttoeinkommen: 60.000€

    (ca. 5.000€ pro Monat)

  • Alter: 50 Jahre

  • Renteneintritt: 65 Jahre

  • Lebenserwartung: 95 Jahre

Familie Huber plant, in 15 Jahren in Rente zu gehen. Während der Rente will sie ihr Finanzvermögen über die nächsten 30 Jahre aufbrauchen, da das Haus als Erbe für die Nachkommen ausreicht.


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Wie viel zusätzliches Einkommen zur Rente?

Die erste Frage, die wir beantworten möchten, ist: Wie viel zusätzliches Einkommen kann Familie Huber aus ihrem Finanzvermögen zur Rente generieren? Wir betrachten zwei Szenarien: ein Sparbuch oder Festgeld mit 3% Zinsen und ein klassisches 60-40 Portfolio, das aus 60% Aktien und 40% Anleihen besteht.

Fall 1: Sparbuch/Festgeld mit 3% Zinsen pro Jahr

Wenn Familie Huber die 120.000€ auf einem Sparbuch oder in Festgeld mit einer Verzinsung von 3% pro Jahr anlegt, verbessert sich ihre Rente um 350€ pro Monat (nach Steuern). Nach 15 Jahren hätte sich ihr Kapital auf etwa 166.000€ erhöht.

Berechnung:

  • Startkapital: 120.000€

  • Verzinsung: 3% pro Jahr

  • Laufzeit: 15 Jahre

  • Kapital nach 15 Jahren: 166.000€

  • Zusätzliche Rente pro Monat: 350€

Bild 1: Verlauf des Vermögens von Familie Huber, wenn sie ihr Geld bei 3% im Sparbuch/Festgeld anlegen. Die ersten 15 Jahre wachsen die 120.000€ auf 166.000€ an. Danach wird 30 Jahre lang Geld entnommen, bis nichts mehr da ist.

Bild 2: Kapital und Zinsen während der Ansparphase.

Bild 3: Entnahmen und Zinsen in der Entnahmephase.

Die Risiken bei dieser Anlageform bestehen darin, dass langfristige Verträge schwer abzuschließen sind und die Zinsen in den nächsten Jahren schwanken könnten. Es könnte also passieren, dass die Zinsen fallen und damit auch die Rente niedriger ausfällt. Steigen die Zinsen hingegen, kann die Rente höher ausfallen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einlagensicherung, die nur bis 100.000€ pro Bank und Kunde greift. Familie Huber muss das Geld also mindestens auf zwei Banken aufteilen.

Zinsrisiko bei einer Anlage in Festgeld: Monatliche Rente über 30 Jahre für Familie Huber nach einer Ansparphase von 15 Jahren. Werte inkl. Inflation und Steuern. Bei Zinsen von…

2%: 284€

3%: 351€

4%: 431€

Fall 2: Anlage in ein klassisches 60-40 Portfolio

Investiert Familie Huber ihr Finanzvermögen in ein 60-40 Portfolio, wobei 60% in Weltaktien-ETF und 40% in Weltanleihen-ETF angelegt werden, können sie von einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7% während der Ansparphase ausgehen. Zur Rente verringern sie ihr Risiko, da sie die Gewichtung umdrehen: 40% in Aktien und 60% in Anleihen.

In diesem Fall erhöht sich ihre Rente um 710€ pro Monat (nach Steuern). Nach 15 Jahren hätte sich ihr Kapital auf etwa 252.000€ erhöht.

Berechnung:

  • Startkapital: 120.000€

  • Rendite Ansparphase: 7% pro Jahr

  • Rendite Entnahmephase: 6% pro Jahr

  • Laufzeit: 15 Jahre Ansparphase, 30 Jahre Entnahmephase

  • Kapital nach 15 Jahren: 252.000€

  • Zusätzliche Rente pro Monat: 710€

Bild 1: Verlauf des Vermögens von Familie Huber, wenn sie ihr Geld in ein 60-40 Portfolio anlegen. Die ersten 15 Jahre wachsen die 120.000€ auf 252.000€ an. Danach wird in ein 40-60 Portfolio umgeschichtet und 30 Jahre lang Geld entnommen, bis nichts mehr da ist.

Bild 2: Kapital und Zinsen während der Ansparphase.

Bild 3: Entnahmen und Zinsen in der Entnahmephase.

Die Risiken bei dieser Variante bestehen vor allem in den Schwankungen der Aktienkurse. Es kann zum Renteneintritt zu einem Crash kommen, was das Kapital verringert. Allerdings benötigt die Familie nicht sofort das gesamte Kapital, sodass genug Zeit für eine Erholung der Kurse bleibt.

Auch das Zinsrisiko, ähnlich wie beim Festgeld, besteht für die Investition in Anleihen. Steigen die Zinsen, fällt der Wert von Anleihen. Fallen die Zinsen, dann steigt der Wert von Anleihen.

Wie viel muss jetzt für 2000€ real mehr Rente gespart werden?

Die zweite zentrale Frage ist: Wie viel muss Familie Huber jetzt monatlich sparen, um in der Rente 2.000€ real zusätzlich zu haben? Dabei gehen wir von einer Anlage in ein 60-40 Portfolio aus, da die Sparbuch-Variante aufgrund der niedrigen Zinsen unrealistisch ist.

Berechnung:

  • Zielkapital: 2.000€ zusätzliche Rente pro Monat (heutiger Wert)

  • Inflation: 2% pro Jahr

  • Rendite Ansparphase: 7% pro Jahr

  • Laufzeit: 15 Jahre

Um dieses Ziel zu erreichen, muss Familie Huber jeden Monat 1.674€ sparen. Nach 15 Jahren hätten sie ein Kapital von 710.000€, davon sind 289.000€ Zinsen.

Die Risiken sind wie in Fall 2 von Frage 1. Zusätzlich gibt es noch das sogenannte Renditefolgerisiko. Kurz gesagt ist es das Risiko, dass niedrige Zinsen dann passieren, wenn der Großteil des Geldes eingezahlt ist. 

Bild 1: Verlauf des Vermögens von Familie Huber, wenn sie ihr Geld in ein 60-40 Portfolio anlegen und zusätzlich jeden Monat 1674€ sparen. Die ersten 15 Jahre wächst das Vermögen auf 710.000€ an. Danach wird in ein 40-60 Portfolio umgeschichtet und 30 Jahre lang Geld entnommen, bis nichts mehr da ist.

Bild 2: Kapital und Zinsen während der Ansparphase. Insgesamt erwirtschaftet Familie Huber 289.000€ in Zinsen.

Bild 3: Entnahmen und Zinsen in der Entnahmephase.

Was heißt das jetzt?

Unser Beispiel der Familie Huber soll dir zeigen, dass du auch mit überschaubarem Risiko und einer einfachen Anlagestrategie deine finanzielle Zukunft sichern kannst. Mit einer einfachen Anlagestrategie wie einem 60-40 Portfolio können sie ihre erwartete Rente deutlich verbessern und finanziell sicher in die Zukunft blicken. Natürlich ist das Risiko im Vergleich zum Sparbuch etwas höher, aber für Menschen in dieser Vermögensklasse ist es absolut vertretbar.

Bleib dran und bis bald!

Sebastian


Über Mich

Ich bin Sebastian, ehemaliger Energiehändler, leidenschaftlicher Privatanleger, Chartered Financial Accountant und vor allem ein Mensch wie du.

Während meiner 10 erfolgreichen Jahre als Energiehändler standen oft die Zahlen im Vordergrund.

Mehr Monitore, mehr Analysen, weniger Mensch. 

Trotz meines beruflichen Erfolges war ich irgendwann unzufrieden. Ich wollte Menschen helfen. Insbesondere möchte ich ihnen etwas Nützliches beibringen.

Weniger Monitore, mehr Praxis, mehr Mensch.

Heute brenne ich darauf, mein Fachwissen aus über 15 Jahren Erfahrung an Menschen wie dich weiterzugeben.

Neben der praktischen Erfahrung, habe ich einen Universitätsmaster in Quantitative Finance, den CFA (Chartered Financial Analyst) und die österreichische Befähigungsprüfung zum gewerblichen Vermögensberater.


Hinweis:

Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Ideen, Meinungen, Ansichten, Annahmen, Kommentare, Hinweise etc.) sind meine persönliche Meinung und dienen allein der Bildung und der Unterhaltung. Sie sind nicht als persönliche Anlageberatung zu verstehen.

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