Der schmerzFREIE Weg zum Vermögen
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Verluste sind schmerzhaft, gehören bei jedem Investment aber dazu. Je mehr Gewinn, desto mehr Risiko. Dieses Gesetz kennst du bestimmt. Die wichtigste Aufgabe eines Investors ist es, lange genug zu überleben, damit der Zinseszins seine Arbeit verrichten kann. Das heißt, du musst unbedingt die Verluste klein halten. Die Mathematik zeigt uns, je höher der Verlust, desto überproportional höher muss der Gewinn ausfallen, um den Verlust wettzumachen.
Der Schaden wächst exponentiell
Die folgende Grafik demonstriert diese Beziehung an Hand von einigen realen Beispielen. Die purpur Balken zeigen die Höhe des Verlustes und die grünen Balken, wie viel Gewinn nötig ist, um diesen Verlust auszugleichen.
Preisverlauf von Gold 2014-2024. Quelle: Tradingview
Nimmst du das Inflationsziel von 2% der EZB, dann musst du nur leicht über 2% Gewinn pro Jahr erwirtschaften, um diesen Kaufkraftverlust auszugleichen.
Anleger, die den Preissturz von 15% bei Anleihen im Jahr 2020 durchlebt haben, müssen jetzt hingegen schon etwas über 18% Gewinn machen.
Durchlebst du einen “normalen” Bärenmarkt an der Börse, also einen Verlust von 20%, dann brauchst du als Investor 25% Gewinn, um auf den Startpunkt zurückzukommen.
Der bekannte MSCI World hatte im Jahr 2008 einen Verlust von 56% erlitten. Auch eine Investition in Gold hätte 2004 Verluste von 54% vom vorherigen Hochpunkt gehabt. In beiden Fällen musstest du mehr als 117% Gewinn erwirtschaften.
Ist der Verlust noch größer, wie zum Beispiel bei Bitcoin mit fast -77%, dann brauchst du zum Ausgleich einen noch viel höheren Gewinn: In diesem Fall 330%.
Dein Charakter bestimmt die Strategie
Wie du siehst, ist es extrem wichtig, Verluste klein zu halten. Wie klein? Das kommt auf deinen Charakter an. Für die eine sind 20% schon grenzwertig, wohingegen bei einer anderen 56% Papierverlust noch vertretbar ist. Wie steht es bei dir? Am besten stellst du dir erstmal die Frage:
Bei wie viel Verlust wirst du nicht mehr investieren, alles verkaufen, deinen Anlageberater feuern und deiner Mutter recht geben, dass die Börse nur ein Casino ist?
Diesen Punkt solltest du dann nie erreichen. Du musst also eine Strategie benutzen, mit der dieser Verlustpunkt (fast) unmöglich ist.
Es gibt hierzu 2 Varianten.
Strategie 1: Setze nur einen Teil deines Vermögens auf volles Risiko
Bei dieser Variante investierst du nur einen Teil deines Vermögens in risikoreiche Anlagen, wie beispielsweise Aktien oder Gold. Den Rest legst du in risikoarme Anlagen, wie das Tagesgeld an.
Meine persönliche Faustformel ist hier:
Risikoreicher Anteil am Gesamtvermögen = Maximaler verkraftbarer Verlust in % / 40%
Der Hintergrund ist, dass viele risikoreiche Anlagen einen historischen maximalen Verlust von ca. 50% haben. Durch Diversifikation, zum Beispiel eine Anlage in Weltaktien + Gold, wird diese Zahl etwas gesenkt. Deswegen nutze ich die 40%.
Diese Variante ist sehr defensiv. Bist du zum Beispiel bereit, nur maximal 20% zu verlieren, dann kannst du nur 50% deines Vermögens in Aktien, Immobilien und Gold investieren. Im Umkehrschluss ist deine Rendite stark eingeschränkt.
Hier liegt der große Nachteil dieser Variante: Da du vom “worst Case” ausgehst, lässt du in normalen Zeiten sehr sehr viel Gewinn liegen. Das ist der Preis der Sicherheit.
Variante 2: Vermeide die ganz großen Crashes am Kapitalmarkt
Große Crashs am Aktienmarkt mit über 50% Verlust sind selten, allerdings kommen sie doch immer wieder vor. Siehe das Jahr 2000 und 2008. Die gute Nachricht ist: Oft gibt es Anzeichen, die man nutzen kann, um seinen Verlust auf 20-30% zu reduzieren, anstelle von über 50%.
Gelingt dir diese Reduktion als Investor, dann kannst du dir deine eigene Faustformel zur Vermögensaufteilung erstellen. Ich habe beispielsweise über die Jahre ein System entwickelt, bei dem ich monatlich 16 Märkte nach deren Entwicklung analysiere und je nach Ergebnis meine Investitionen in risikoreiche Anlagen reduziere oder erhöhe. Dadurch gehe ich bei meinem persönlichen Anlagestil mit 25% “Maximalverlust” anstelle der oben besprochenen 40% aus. Das heißt meine Formel für ich ist:
Risikoreicher Anteil am Gesamtvermögen = Maximaler verkraftbarer Verlust in % / 25%
Nehmen wir wieder an, du bist bereit maximal 20% zu verlieren, dann kannst du jetzt 80% deines Vermögens in risikoreiche Anlagen stecken. Natürlich verlierst du durch meine Strategie etwas an Rendite, ABER da du jetzt 80% anstelle von 50% in risikoreiche Investitionen legen kannst, wird dieser Verlust wieder ausgeglichen. Dieses Spiel funktioniert aber nur, wenn du bereit bist weniger als 40% zu verlieren, denn ansonsten ist es besser, immer zu 100% in risikoreiche Geldanlagen investiert zu sein.
Fazit: Vermeide die großen Fehler um am Markt zu überleben
Jeder Investor hat seine persönlichen Risikoneigungen. Für die meisten Investoren bedeutet dies, dass sie ihre Rendite steigern können, indem sie große Verluste vermeiden. Dadurch geben sie zwar auf den ersten Blick etwas Gewinn ab, aber durch weniger Risiko im Worst Case können sie in normalen Zeiten etwas risikofreudiger agieren.
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Über Mich
Ich bin Sebastian, ehemaliger Energiehändler, leidenschaftlicher Privatanleger, Chartered Financial Accountant und vor allem ein Mensch wie du.
Während meiner 10 erfolgreichen Jahre als Energiehändler standen oft die Zahlen im Vordergrund.
Mehr Monitore, mehr Analysen, weniger Mensch.
Trotz meines beruflichen Erfolges war ich irgendwann unzufrieden. Ich wollte Menschen helfen. Insbesondere möchte ich ihnen etwas Nützliches beibringen.
Weniger Monitore, mehr Praxis, mehr Mensch.
Heute brenne ich darauf, mein Fachwissen aus über 15 Jahren Erfahrung an Menschen wie dich weiterzugeben.
Neben der praktischen Erfahrung, habe ich einen Universitätsmaster in Quantitative Finance, den CFA (Chartered Financial Analyst) und die österreichische Befähigungsprüfung zum gewerblichen Vermögensberater.
Hinweis:
Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Ideen, Meinungen, Ansichten, Annahmen, Kommentare, Hinweise etc.) sind meine persönliche Meinung und dienen allein der Bildung und der Unterhaltung. Sie sind nicht als persönliche Anlageberatung zu verstehen.