Selbst investieren oder lieber eine Beraterin engagieren? Die Kosten im Überblick
Lesezeit: 3 Min
Wie entscheidest du, ob du eine Aufgabe selbst erledigst oder dir professionelle Hilfe ins Boot holst?
Wahrscheinlich hängt deine Entscheidung unter anderem von den Kosten ab. Selbst machen kostet Lebenszeit, die du vielleicht lieber mit anderen Dingen verbringen willst. Professionelle Hilfe kostet dich Geld.
Im heutigen Newsletter schauen wir uns einmal die Kosten bezüglich Vermögensaufbau und -verwaltung an. Natürlich sagen die Kosten erstmal nichts über die Performance aus. Manchmal lohnt es sich mehr zu zahlen, dafür bekommt man aber auch ein besseres Produkt.
Selbst machen kostet Zeit
Die erste Option ist es, deine Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Zuerst solltest du erstmal das nötige Know-how haben. Bei einer individuellen Ausbildung bei mir, benötigen wir 20 Stunden zusammen, um dein Finanzwissen in einen 1-A Zustand zu bringen.
Doch damit ist es nicht getan. Je nachdem wie ambitioniert deine Anlageziele sind, benötigst du Zeit, um deine Strategie zu managen. Die Spannbreite ist hier von 60 Minuten in der Woche bis zu 60 Minuten im Jahr.
Meine persönliche langfristige ETF Anlagestrategie benötigt beispielsweise ca. 30 Minuten im Monat. Mehr Informationen dazu kommt übrigens im nächsten Newsletter.
Engagiere eine persönliche (Honorar)beraterin
Die zweite Option ist es, eine Beraterin auf Honorarbasis zu engagieren. Du bezahlst die Beraterin direkt für die zu erbringende Leistung, z.B. die Erstellung eines Investment Portfolios oder den Abschluss einer Lebensversicherung. Das Honorar berechnet sich entweder auf Stundenbasis oder als %-Satz der Anlagesumme. Bei der Abrechnung auf %-Basis, betreut die Beraterin dich dann meist auch noch für den Rest des Jahres. Die Gebühr bezieht sich oftmals, aber nicht immer, auf eine jährliche Betreuung.
Übliche Entgelte1 sind hier 150€-300€ pro Stunde bzw. 1%-2% der Anlagesumme. Bei größeren Vermögen jenseits der Million kann der Satz auch niedriger, beispielsweise 0,5% pro Jahr, ausfallen. Honorarberater sollten etwaige Provisionen von Produktanbietern an den Kunden weitergeben.
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Lass die Roboter ran
Die nächste Option für die Vermögensverwaltung sind sogenannte Robo-Advisors. Hier wählst du aus einer Reihe von automatisierten Anlagestrategien aus. Je nach Risikoappetit gibt es defensive oder aggressive Portfolien.
Eine persönliche Beratung unter Rücksicht der eigenen Bedürfnisse gibt es nicht. Außerdem sind die Strategien gegebenenfalls eine “Black-Box”. Du kannst also nicht nachvollziehen, in was für Produkte genau investiert wird.
Die Kosten sind etwas niedriger als bei einer persönlichen Betreuung, bei 0,7%-1% der Anlagesumme pro Jahr.
“Kostenlose” Beratung
Die vierte Option ist die “kostenlose” Beratung bei einer Bank oder auch bei einigen Vermögensberatern. Diese Berater finanzieren sich über eine Vermittlungsprovision, die sie bei erfolgreichem Abschluss bekommen. Zusätzlich gewähren fast alle Fonds und Versicherungen eine jährliche Bestandsprovision an die Berater, solange du das Produkt behältst.
Die Provision wird durch dich indirekt bezahlt: Du bekommst entweder weniger Anteile für dein Geld oder der Preis pro Anteil enthält bereits die Vermittlungskosten.
Bei Investmentfonds ist die Provision der einmalige Ausgabeaufschlag 1 von 2%-5% der Anlagesumme. Die Bestandsprovision liegt in der Spanne von 0,3%-0,9% pro Jahr *2 und ist in der Total Expense Ratio (TER) bereits enthalten.
Da bei ETF der Ausgabeaufschlag und die Bestandsprovision meist Null sind, bzw. sehr gering ausfallen, werden diese Produkte von provisionbasierten Beratern oft nicht empfohlen.
Bei Versicherungen, wie zum Beispiel einer Lebensversicherung, beträgt die Provision 3%-5% der gesamten Prämien *3. Zusätzlich gibt es oft eine Bestandsprovision von 1% der Prämien pro Jahr.
Übersicht Kosten
Du siehst, nichts ist umsonst. Entweder opferst du deine eigene Zeit für deinen Vermögensaufbau oder du bezahlst einen Profi. Die Wahl liegt bei dir.
Nächste Woche schauen wir uns an, wie ich mit 30 Minuten Aufwand im Monat mein Investmentportfolio aktiv manage, um so mein Risiko bei gleicher Rendite zu minimieren.
Bis Bald
Sebastian
Quellen
1 Preise laut Studie “Marktübliche ENtgelte 2022” der Wirtschaftskammer Österreich https://www.fma.gv.at/finanzdienstleister/wertpapierdienstleister/marktuebliche-entgelte/
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Über Mich
Ich bin Sebastian, ehemaliger Energiehändler, leidenschaftlicher Privatanleger, Chartered Financial Accountant und vor allem ein Mensch wie du.
Während meiner 10 erfolgreichen Jahre als Energiehändler standen oft die Zahlen im Vordergrund.
Mehr Monitore, mehr Analysen, weniger Mensch.
Trotz meines beruflichen Erfolges war ich irgendwann unzufrieden. Ich wollte Menschen helfen. Insbesondere möchte ich ihnen etwas Nützliches beibringen.
Weniger Monitore, mehr Praxis, mehr Mensch.
Heute brenne ich darauf, mein Fachwissen aus über 15 Jahren Erfahrung an Menschen wie dich weiterzugeben.
Neben der praktischen Erfahrung, habe ich einen Universitätsmaster in Quantitative Finance, den CFA (Chartered Financial Analyst) und die österreichische Befähigungsprüfung zum gewerblichen Vermögensberater.
Hinweis:
Alle zur Verfügung gestellten Informationen (alle Ideen, Meinungen, Ansichten, Annahmen, Kommentare, Hinweise etc.) sind meine persönliche Meinung und dienen allein der Bildung und der Unterhaltung. Sie sind nicht als persönliche Anlageberatung zu verstehen.